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Spanische Küste

Sprache und spanische Dialekte

Spanische Sprach- und Dialektlandschaft

Im spanischen Parlament geht es neuerdings gleich in 5 verschiedenen Sprachen zur Sache: In Standardspanisch auch als Castellano (Kastilisch) bekannt, Gallego (Galizisch), Catalán (Katalan), Vasco (Baskisch) und Valenciano (Valencianisch). Obwohl Castellano in allen Teilen des Landes verstanden und auch gesprochen wird, wurde nun in Spanien entschieden, dass die Abgeordneten in ihrer je eigenen Sprache zu Wort kommen sollen. Übersetzer werden ab sofort im Einsatz sein, um aus Gallego, Catalán, Vasco und Valeciano ins Castellano zu übersetzen.

Seit jeher ist die Frage des Unterschieds zwischen eigener Sprache und Dialekt in Spanien eine sehr heikle. Eine Umfrage der EU, die 2005 durchgeführt wurde, zeigte, dass 11% der Spanier, das sind circa 5 Millionen Menschen, nicht das Castellano als ihre Mutersprache bezeichnen, sondern eine der regionalen, spanischen Sprachen. 9 % der Spanier sprechen Catalan oder Valenciano, weitere 5% Gallego und rund 1% Vasco. Die meisten Spanier im Nordwesten Galiziens sowie im Nordosten Katalaniens, auf den Balearen und im Osten von Valencia verstehen und / oder sprechen ihre regionale Sprache, auch wenn sie im täglichen Leben (im Job, der Schule, Ämtern etc.) Castellano benutzen.

Zum jetzigen Zeitpunkt werden die eingangs erwähnten Sprachen als offizielle Sprachen anerkannt. In den Medien, im Alltag aber auch in Büchern sind diese äußerst lebendig. Die zahlreichen Dialekte des Spanischen unterscheiden sich nicht nur im Vokabular, sondern auch in Aussprache und Betonung.

Doch was versteht man eigentlich unter einem Dialekt? Als Dialekt wird eine Sprachform bezeichnet, die regional gefärbt ist und nur eine geringe kommunikative Reichweite aufweist. In extremen Fällen wird ein Dialektsprecher bereits in einem benachbarten Dorf als "ortsfremd" erkannt. In der Sprachwissenschaft befasst sich die Dialektologie mit diesen besonderen Sprachformen.

Die Dialekte des Spanischen, die in Andalusien und den Kanarischen Inseln gesprochen werden, weisen Ähnlichkeiten mit dem Spanisch in der Karibik sowie in Lateinamerika auf.

Jene, die auf Sprachreisen einige Zeit in Spaniens Hauptstadt Madrid verbracht haben, werden bestätigen können, dass auch der Madrileño–Dialekt sehr ausgeprägt ist. Als meistverbreiteter Dialekt Spaniens stellt dieser das Verbindungsstück zwischen dem andalusischen Dialekt und den Sprachformen im Norden Spaniens dar. Eine Besonderheit des Madrileño ist beispielsweise, dass das "c" und das "z" wie das "th" im Englischen ausgesprochen werden.

Eine sehr interessante dialektale Gegend sind die Kanarischen Inseln. Vor der Eingliederung der Inseln in die Kastilische Krone wurden diese vom Volk der Guanchen bewohnt, welches sich in verschiedenen Dialekten der Berbersprachen verständigte. Nach der Eroberung wurden diese Dialekte sehr stark zurückgedrängt, so stark, dass sie fast gänzlich vom Archipel verschwanden. Lediglich in verschiedenen Bezeichnungen für Flora und Fauna sowie Orts– und Personennamen sind diese Dialekte noch erhalten. Neben den Spaniern fanden sich auch Kolonisten aus Portugal auf den Kanaren ein. Linguisten vermuten, dass bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts im Norden der Insel La Palma eine Mischung aus Spanisch und Portugiesisch, das sogenannte Portuñol gesprochen wurde.

Der andalusische Dialekt wird in den Regionen Andalusien, Murcia und im Süden von Extremadura gesprochen. Auch hier gibt es zwischen den verschiedenen Provinzen, ja sogar Städten, unterschiedliche Färbungen. Die Texte des wohl bekanntesten spanisch Tanzes, des Flamenco, sind großteils in Andalusisch verfasst. Ein Merkmal des Andalusischen ist das Verschlucken der Konsonanten. Sogar Spaniern aus anderen Regionen fällt es schwer dem Andalusischen zu folgen. Der Dialekt umfasst ganze 10 Vokale statt der üblichen 5 "a,e,i,o,u" werden zum einen als geschlossene Vokale und zum anderen als offene Vokale verwendet, die auch anderes geschrieben werden. In manchen Gegenden kommen allerdings nicht alle 10 Vokale zum Einsatz.

In der nordspanischen Region Asturien ist man wie in Andalusien der Meinung, dass der regionale Dialekt eigentlich eine Sprache ist. Weder Andalusisch noch Asturisch werden aber als offizielle Sprachen anerkannt. Im Asturischen existieren weiter 3 Dialekte

  • » das Westasturische (asturiano occidental), welches Ähnlichkeiten mit dem Galicisch–Portugiesischen aufweist.
  • » das Zentralasturische (asturiano central), welches in der Umgebung der Städte Oviedo und GijÓn gesprochen wird und die meisten Sprecher umfasst
  • » das Ostasturische (asturiano oriental) , welches viele Gemeinsamkeiten mit den Kastilischen vorzuweisen hat

Die abwechslungsreiche sprachliche sowie dialektale Landschaft Spaniens ist bei genauerer Betrachtung wirklich faszinierend. Die Spanier sind sehr stolz auf ihre jeweiligen, regionalen Sprachformen und pflegen diese auch. Für alle Sprachbegeisterten sind Sprachreisen ein heißer Tipp, auf diesem Weg kann man Sprache und Kultur eines Landes kennen lernen. Ob Sprachreisen London oder Auslandaufenthalte in Madrid, Sprachen–Lernen im Ausland ist eine tolle Erfahrung.

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