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Spanische Küste

Geschichte Spaniens – auf den Spuren der Besiedlung der iberischen Halbinsel

Castellar Viejo
Auch die Geschichte Spaniens bietet weit reichende Facetten, bis hin ins frühe Mittelalter. Die allerersten Spuren menschlicher Präsenz im Gebiet des heutigen Spaniens lassen sich schon wesentlich früher nachweisen. Vor mehr als einer Million Jahre wurden Überreste von urmenschlichen Lebensformen archäologisch belegt. Jedoch von wirklicher Zivilisation kann man erst ab circa dem 12. Jahrhundert v. Chr. sprechen. Um diese Zeit machten sich keltische Stämme aus ihrer nordischen Heimat auf den Weg, welcher sie auf die iberische Halbinsel verschlug, wo sie auf das Volk, dem die Halbinsel seinen Namen verdankt, die Iberer trafen.

Etwa ein Jahrhundert später entdeckten phönizische Seefahrer das Land und gründeten dort Handelskolonien. Aus ihnen hervor-
gegangen ist die heutige Stadt Cadiz. Nachdem die Karthager ins Land drangen, alte Kolonien übernahmen und weitere neue gründeten, gerieten die hochkulturellen Abschnitte des heutigen Spanien in den Konflikt der punischen Kriege mit Rom.

Als die Karthager siegreich aus dem ersten punischen Krieg hervorgingen, erbauten sie bis heute bedeutende Städte wie Cartagena und die Siedlungen auf der Insel Ibiza. Jedoch währte der schwer errungene Sieg nicht von langer Dauer. Den zweiten punischen Krieg entschied das Weltreich Rom deutlich für sich und so musste Karthago ihre spanischen Besitztümer an Rom abtreten. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass bis heute römische Spuren in der Kultur Spaniens (Überreste vom Aquädukt) zu finden sind. Auch die spanische Landessprache hat ihre Ursprünge im römischen Latein.

Aber auch die Römer hatten ihre Probleme mit den "Ureinwohnern" Spaniens, den Keltiberern. Es gelang ihnen wie so oft nur durch brutale Militärgewalt das Gebiet unter Kontrolle zu bringen.
Doch an sich profitierte die Region größtenteils vom römischen Einfluss. Handel und Kultur blühten auf und es entwickelte sich auch ein florierendes wirtschaftliches Bild.
Sogar das Christentum hielt Einzug während der römischen Legislatur.

KupferstichDoch ein jähes Ende Roms nahte mit der Völkerwanderung und dem Einfall der Hunnen. Das großrömische Reich zerfiel in 2 Teile und das Gebiet Spaniens fiel an die Westgoten. Die Westgoten wurden bald von den Franken zurück gedrängt und waren auf das Gebiet der iberischen Halbinsel beschränkt. Aus diesem Konflikt entstand die westgotische Hauptstadt Toledo, die bis heute existiert. Auch unter den Westgoten blühte die Region wirtschaftlich, wie auch kulturell weiter auf.

Aber im 8. Jahrhundert n. Chr. begannen nordafrikanische Muslimenstämme Plünderzüge und schließlich auch größere Schlachten gegen die Westgoten zu führen. Die neue Hauptstadt Sevilla und die Großstadt Cordoba wurden Zentren der Verbreitung des Islams in Westeuropa. Die Mauren führten Neurungen in der landwirtschaftlichen Bewässerung ein und auch auf dem Gebiet des Handels kam es zu weiterem Aufschwung. Nach vielen internen Streitereien unter den Kalifenfamilien zerfiel das Maurenreich schnell in viele kleine Einzelstaaten. Dies machte die Rückeroberung (Reconquista) für die christlichen Europäer nur allzu leicht.

So kam es, dass ausgehend vom Norden des Landes, fränkische Heere reihenweise ins Land einfielen und nach und nach die Mauren verdrängten. Auf dem Höhepunkt der Reconquista vereinigten sich die Teilreiche Aragon und Kastilien unter ihren jeweiligen Herrschern König Ferdinand von Aragon und Königin Isabella von Kastilien um 1469. Damit wurde endgütig ein einheitliches Spanien geschaffen, das nun vollständig dem christlichen Glauben frönte.
Daraus resultierend kam es jedoch großräumig zur strengen Verfolgung Andersgläubiger. Die spanische Inquisition ist einer der unmenschlichsten und radikalsten Verfolgungsakte in der Geschichte der Menschheit. Opfer waren meist Juden und Muslime, die lange Zeit friedlich neben den Christen lebten. Zu gleicher Zeit gelang es Christopher Columbus "die neue Welt" zu entdecken. Somit begann einer der bedeutendsten Blütezeiten Spaniens. Gewürze, Tabak und Gold flossen über den atlantischen Ozean in die alte Heimatnation und brachten Reichtum und eine nicht zu verachtende Seefahrernation hervor.

Als die Nachfahren von Ferdinand und Isabella in sehr kurzer Zeit ihre Thronansprüche aus der Hand gaben, kam schließlich ein deutscher an die Spitze Mittel- und Westeuropas. Karl V. wurde König Spaniens und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.

Kanone Aufstände und teure Kriege mit den Kolonienkonkurrenten Frankreich, England und Holland ließen die Bande zwischen Karl und den Spaniern reißen und so fiel Spanien an das österreichische Haus der Habsburger. Unter den fortführenden vielen Kriegen sank die Bevölkerungszahl erheblich und auch der wirtschaftliche Schwung begann zu stocken. Schließlich fehlte es an Erben in der deutschen Königsfolge und Phillip von Bourbon, ein Abkömmling des französischen Könighauses, bestieg den Thron. Schnell wurde er nach der französischen Revolution von einem Bruder Napoleons abgelöst und der starke Einfluss des neuen Kaisers in Mitteleuropa hielt auch in Spanien großen Einfluss. Als die Herrschaft Napoleons nach der Schlacht von Waterloo beendet war, kam wieder ein spanischer König – König Ferdinand III – an die Spitze. Er sorgte für eine Revolution und letztendlich zum siebenjährigen Krieg als er beschloss seine Tochter Isabella zu seiner rechtsmäßigen Nachfolgerin zu machen. Die innerpolitischen Konflikte zwangen sie schließlich zum Abdanken um 1868. Zum Ende des 19. Jahrhunderts verlor Spanien durch weitere Üüberseekriege fast alle seiner gesamten Kolonien.

Die weltweite Wirtschaftskrise Anfang des 20. Jahrhunderts führte auch in Spanien zu Aufruhr und Rezession. Es kam nicht zum letzten Mal zu einer Militärdiktatur unter General Primo de Ribera.
Aus der Vorgeschichte des 2. Weltkrieges bekannt kam es zum spanischen Bürgerkrieg von 1936-1939, woraufhin der spanische König ins Exil flüchtete. Die faschistischen Kräfte unter General Franco gewannen den Konflikt für sich, nicht zuletzt durch die tatkräftige Unterstützung der gleich gesinnten Nationalisten aus Deutschland und Italien. Zwar war Spanien nicht aktiv am 2. Weltkrieg beteiligt, jedoch war es trotz alle dem weitestgehend in isolierter Position im Nachkriegseuropa.
Nach dem Abdanken von General Franco Anfang der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts kam wieder adliges Blut an die Macht; König Juan Carlos von Bourbon. So wurde wie schon in England und anderen traditionsbewussten europäischen Staaten eine konstitutionelle Monarchie ausgerufen und die außenpolitischen Beziehungen verbesserten sich.

Nach Beitritt in die NATO und in die EG in den 80ern und 90ern fand sich Spanien schließlich in Europas Mitte wieder. Eine der kulturellen Höhepunkte der Moderne waren die Olympischen Spiele 1992 in Barcelona.

Die Hauptstadt Madrid ist heute Weltkulturhauptstadt.

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